Primary Instrument: Vocal
Last Updated: October 4, 2012Es lebe der Funk! Das hat sich auch die Band Cabeljau gedacht, als sie am Samstagabend zur Record-Release-Party anlässlich ihrer neuen Platte „Liebe langsam“ in den City Club Leipzig lud. Gemeinsam mit den Supports „Atlas Ahead“ und „Afro Buffet“ wurde mehr als vier Stunden diesem Musikstil gefrönt, Reggae und Pop-Intermezzi inklusive. [...] Kurz vor Mitternacht betreten endlich Cabeljau die Bühne und legen mit ihrem ersten Song „Midi Mea Culpa“ los. Die Stimmung ist zur fortgeschrittenen Stunde nicht mehr so aufgeheizt wie noch bei den zwei vorherigen Bands, dennoch feiern die Fans mit bester Laune ihre Idole. Popo-Wackeln und Konfettiregen sind bei „The Movement“ angesagt, spontane Tanzeinlagen werden bei der gefühlvollen Nummer „Zwei Pferdediebe“ aufs Parkett gelegt, die von Sängerin Constanze Ober sogleich in einem „Ihr seid echt süß da unten“ aufgefangen werden. Die Songs der neuen Platte „Liebe langsam“ behandeln die Themen Liebe, Toleranz und Freundschaft. „Es dreht sich um jede Art von Beziehungen zwischen Menschen“, bringt Bandmitglied Stephan Röder es auf den Punkt. „Wir sind nach wie vor nah am Pop und am Funk. Die erste Platte war sehr makrokosmisch, bei der zweiten ging es eher um das Individuum, das aktuelle Album ist das Bindeglied. Wir schauen nach innen und außen“, so der Sänger und Keyboarder. Bei „Beta Selbstbewusst“ erhält die Band Unterstützung von Rapper Katharsis. Der Wechsel zwischen dem eindringlichen Sprechgesang und der kraftvollen Stimme von Constance Ober macht den Song zum Goldstück des Konzerts. Oft sucht man in den anderen Songs ein Highlight, ein Merkmal, das genau dieses Lied ausmacht. Ähnliche Kompositionsstrukturen lassen die Titel zu einem guten funkig-poppigen Klanggefüge verschmelzen, doch fehlt zuweilen die Überraschung, der berühmte Funke, der zum Sprung ansetzt, um völlige Begeisterung zu entfachen. Blickt man auf den Abend als Gesamtpaket, schlägt das Musikerherz Purzelbäume. Der Funk hat gefetzt, der Reggae entspannt, der Pop berührt – allen drei Bands sei dank. 03.02.2012 Daniel Brockmann (ambiton) über cabeljau – CD Review “Liebe langsam”:
In der Bachstadt Leipzig hat sich, selbst von einigen Eingeborenen unbemerkt, wohl ein Popkomitee der Extraklasse reformiert. Kopf der illustren Truppe ist der Musikwissenschaftler und selbsternannte Popprophet Stephan “Barny” Röder, der sich als Allrounder, Komponist, Texter, Sänger und Instrumentalist wohl überall zu Hause fühlt. Unterstützt wird er durch den Percussionisten und Schlagzeuger Jadie, Till am Piano und Chris am Bass. Damit die Message auch ankommt, stehen Constanze und Daniel für den abwechslungsreichen Gesang bereit. Cabeljau gibt es bereits seit 1998. Die erste Platte “Bummtown” erschien. Einige Airplays und durchweg positive Regungen der Presse folgten auf dem Fuße. Nun soll die nächste Epoche in der Bandhistorie eingeläutet werden. Die am 07.03.2012 erscheinende Platte “Liebe langsam” ist eine poppig bunte Bilderwelt und pure Emotion im lyrischen Ballkleid. Die Elemente aus Jazz und Funk sowie teils klassische Kompositionsmuster verleihen den Stücken eine gewisse Tiefe und lassen Rückschlüsse auf “musikalische Vorbildung” zu. Kein einziger Song wirkt übertrieben oder übereilt. Das Gesamtkonzept steht im Vordergrund. Die Ballade “Zwei Pferdediebe” ist der einzige Song der etwas aus der Art schlägt. Schmalzig, aber irgendwie schön. Ein Song der auf unkomplizierte Weise berührt und zu Freundschaft einlädt. Bei dem Rest der Platte geht es etwas flotter zu und gut überlegte Grooves wirken wie der rote Faden auf dem diese Perlen aufgereiht werden. Jeder verloren geglaubte Wanderer findet hier den Weg nach Hause. Wer sich gern auf Neues einlässt, altes mag und anspruchsvolles deutsches Textwerk sucht, für den ist diese Platte ein Muss! Die Jungs und Mädels machen sich leider etwas rar. Man kann auf eine Tour zum Album, und die etwas fleißigere Beteiligung an Social Networks und Communities hoffen. In Zeiten von alternativen Vertriebswegen und Selbstvermarktung im Internet könnte sich hier potentiell eine riesige Anhängerschaft akquirieren lassen. Denn wie sagt Barny doch so schön: “… der Kabeljau ist ein Fisch und vom Aussterben bedroht, so wie gute Musik. Und er fühlt sich in allen Strömungen zu Hause, genau wie wir.”
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